Auf das richtige Pferd gesetzt 

Der Pferdemarkt ist voll von verschiedensten Pferden, da verliert man schnell den Überblick! Verschiedene Rassen, Größen und Temperamente, Hochleistungspferde und Freizeitpartner, aber auch kranke oder unreitbare Pferde in jeder Farbe und Preisklasse. Aber was braucht man wirklich? Was passt zum Reiter?

 

Als erstes stellt sich die Frage: was möchte ich mit meinem zukünftigen Pferd machen? Erst wenn ich das weiß, kann ich mich auf die Suche begeben. Ganz egal was ich mit dem Pferd machen möchte, eine grundsätzliche Kernaussage ist: Ein gutes Pferd hat keine Farbe! Also ist das Thema Fellfarbe erst einmal zweitrangig. Natürlich muss einem das Pferd gefallen, aber was bringt es, wenn man das Pferd gerne anschaut, aber die restlichen Eigenschaften des Pferdes nicht zum Reiter passen. 

 

Der Käufer sollte sich reiterlich (realistisch!) einschätzen können, gegebenenfalls mit einem Reitlehrer in einem Gespräch den aktuellen Leistungsstand ermitteln, damit die Wahl auf das richtige Pferd fällt. Der größte Irrglaube, der sich unter Nicht-Fachleuten eingebürgert hat ist: „Reiter und Pferd lernen gemeinsam“. 

Bei der Aussage klappen sich mir die Zehnägel hoch! Das funktioniert nicht. Entweder das Pferd lernt vom Reiter oder der Reiter vom Pferd -Punkt! Zu mindest muss einer der beiden wissen was er tut. Ab einem gewissen Leistungsstand mag das zwar funktionieren, aber das setzt bereits eine sehr solide Basis voraus. 

 

Da man bekanntlich auf einem Papier nicht reiten kann, ist die Abstammung zwar für Züchter enorm relevant, da die Nachkommen (weil zu jung für eigene Erfolge) größtenteils über die Abstammung verkauft werden. Für den Durchschnittsreiter ist die Abstammung nicht besonders relevant. Sie gibt vielleicht für erfahrene Pferdeleute einen Hinweis über mögliche Talente oder Charaktermerkmale des Pferdes, aber es gibt dennoch Pferde die rasseuntypisch oder ganz anders als die bekannten Vererber durchschlagen. 

Wichtiger als die Abstammung ist die Ausbildung des Pferdes. Oftmals sind aber sehr weit ausgebildete Pferde (M und S Bereich) keine potentiellen Anfängerpferde, da diese Pferde oft eine koordiniertere Bedienung erfordern und oft zu kompliziert „denken“ und meistens mehr Go besitzen. Ein Freizeitreiter hat meistens keine Verwendung für viel Springvermögen oder sehr schwungvolle Bewegungen. Er profitiert vielmehr von Pferden mit einem guten Nervenkostüm und robuster Gesundheit. 

 

Kommen wir zum wichtigsten Punkt, dem Budget. Nun ja, mit dem Preis steht und fällt die ganze Sache. Für einen Freizeitreiter ist es absolut nicht notwendig ein Pferd für 25.000€ zu kaufen, das dabei auch noch einer sehr korrekten Bedienung bedarf. Aber genau so wird der Sportreiter mit einem Freizeitpferd nicht glücklich, dass er regelmäßig überfordern muss, um die Leistung zu bekommen, die er benötigt.

Leider gilt bei Vielen das Motto: „Geiz ist geil!“ Es sollte jedoch jedem bewusst sein, dass ein Pferd eine größere Anschaffung ist und man Ware nach Geld bekommt. 

 

Qualität hat nun mal seinen Preis. Ein einfaches Freizeitpferd ohne Abstammung, mit kleinen Mängeln  ist schon ab ca 4.000€ zu bekommen, ein gehobenes Freizeitpferd mit ordentlicher Abstammung und solider Ausbildung im A Bereich oder auch für den ländlichen L Bereich kostet 10.000-20.000€. Wenn man bereit ist, kleine Mängel, mehrere Vorbesitzer, ein höheres Alter oder nicht ganz so einfache Pferde in Kauf zu nehmen bekommt man ein solches Pferd schon für unter 10.000€. 
 

Wer aber ein Sportpferd möchte, jung, gesund und aus erster Hand mit professioneller Ausbildung, kann ab 15.000€ als Jungpferd (roh) oder in einer höheren Preisklasse als fertig ausgebildetes Turnierpferd im A Bereich für ~17.500 oder im L Bereich mit ~25.000€ einsteigen. Nach oben gibt es keine Grenze.

Erfolgreiche Hochleistungssportler liegen jenseits der 100.000€ bis zum mittleren sechsstelligen Bereich! 

 


 

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